LTE für zu Hause

Einen Internetanschluss für die eigenen vier Wände zu haben, der bei Bedarf mitgenommen werden kann – mit der Einführung von LTE ist das Realität geworden. Die Nutzung als Heimanschluss ist dabei nicht nur ein Nebenprodukt, sondern war von den Verantwortlichen durchaus so angedacht. Schließlich soll der 4G-Funk in den kommenden Jahren Millionen von Haushalten den DSL-Anschluss ersetzen. Mit Blick auf die technisch möglichen Geschwindigkeiten klingt das durchaus plausibel. Wer LTE zu Hause verwenden will, sollte jedoch einige Dinge beachten.

Die Hardware für den Heimgebrauch: Stick oder Router?

Als Funktechnologie ist LTE grundsätzlich ortsungebunden einsetzbar. Ein Modem oder Router mit entsprechender Empfangs- und Sendetechnik sowie eine SIM-Karte mit entsprechendem Tarif reichen aus, um via Funk im Netz zu surfen. Je nach gewähltem Zugangsgerät ist man mehr oder minder mobil. Während Surfsticks über den USB-Anschluss des Rechners mit Energie versorgt werden und sich somit quasi überall nutzen lassen, benötigen Router in der Regel Zugang zum Stromnetz und sind so eher dafür gedacht, Nutzer zu Hause mit LTE zu versorgen.

In der Theorie ist dies natürlich auch mit einem Surfstick möglich. Dieser bietet allerdings einige Nachteile, wenn Mobilität bei der Nutzung nicht im Mittelpunkt steht. Dazu gehört zum einen, dass ein Stick immer nur an einen Rechner angeschlossen werden kann, andere Geräte im Haushalt können somit nicht versorgt werden. Zum anderen ist es in der Regel nicht möglich, den Empfang eines Surfsticks mit einer externen Antenne zu verbessern. Je nach Entfernung zur Basisstation und Bauart des Hauses können Zimmer- und Außenwände aber – wie bei jeder anderen Funktechnologie auch – für Empfangsprobleme sorgen. Wer mit LTE tatsächlich den heimischen DSL-Anschluss ersetzen will, ist deshalb mit dem Kauf eines Routers besser beraten.

LTE für zu Hause: Den richtigen Tarif finden

Ob LTE tatsächlich als DSL-Ersatz dienen kann, ist darüber hinaus auch vom gewählten Tarif abhängig. Infrage kommen im Grunde nur Datenflatrates, wie sie zusammen mit Sticks oder Tablets angeboten werden, oder echte LTE-Heimtarife. Die von den Netzbetreibern ebenfalls erhältlichen Smartphone-Tarife sind aufgrund ihrer niedrigen Volumengrenzen nahezu völlig unbrauchbar, wenn man die Internetverbindung am PC nutzen will. Für Surfsticks konzipierte Datenflats sind in diesem Punkt besser aufgestellt und bieten in der Regel mehrere Gigabyte ungdrosseltes Volumen. Für Gelegenheitsnutzer kann dies durchaus ausreichen und eine günstige Alternative sein.

Bei echten LTE-Heimtarifen liegt das Datenvolumen aber noch einmal höher, sodass man sich auch bei regelmäßiger Nutzung keine allzu großen Gedanken über die Volumengrenzen machen muss. Gleichzeitig ist die Möglichkeit gegeben, den LTE-Tarif für zu Hause mit einem Telefonanschluss zu koppeln, was bei Tarifen für Surfsticks nicht vorgesehen ist. Benötigt man einen Festnetzanschluss, führt deshalb kein Weg am Zuhause-Tarif vorbei.

Flatrates mit Grenzen

Zu bedenken ist, dass LTE für zu Hause trotz allem nur bedingt als echter DSL-Ersatz angesehen werden kann, da es hier keine Flatrate-Tarife im klassischen Sinne gibt. Wird täglich deutlich mehr als 1 GB empfangen und verschickt, stößt man als Nutzer auch in den umfangreichsten Tarifen mit großer Wahrscheinlichkeit vor Monatsende an die Volumengrenze und surft anschließend mit verringerter Geschwindigkeit.

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